MZ 31.05.2010 Mitarbeiter des Sozialbüros Albachten ziehen Bilanz

ALBACHTEN Die Tür zum Büro steht weit offen. Schwellenangst soll gar nicht erst aufkommen. Trotzdem betreten nur wenige Besucher das Sozialbüro, das vor einem halben Jahr im Matthias-Claudius-Haus seine Arbeit aufgenommen hat.

An einem großen Holztisch mit Kerzen und frischen Blumen sitzen die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Brigitte Honermann und Christiane Grote. Sie sind sich einig: „Wir hätten gerne mehr Besucher. Es könnte hier wirklich lebhafter sein.“

Dabei hatte ihre Arbeit im November vergangenen Jahres durchaus lebhaft angefangen. Der Grund: Damals gab es die Jahresabrechnungen und das Weihnachtsfest stand vor der Tür. Besonders komplizierte Stromabrechnungen ließen manchen Albachtener die neue Einrichtung nutzen.

Hilfe bei Finanziellem

„Es sind oft finanzielle Fragen oder Probleme, mit denen wir uns hier beschäftigen“, sagt Christiane Grote und zeigt auf einen dicken Aktenordner und ihren Laptop. „Wir haben uns schon in viele Sachgebiete eingearbeitet und wir haben eine lange Liste von Institutionen und Fachleuten, die uns helfen können.“

Die Mitarbeiterinnen sehen sich als Berater und vor allem als Vermittler, die die Ratsuchenden an die richtige Stelle weiterleiten können. Auch unbürokratische Hilfe ist möglich. Das Vorbereiten von Behördengängen und das Beantworten von Fragen zur Ganztagsschule gehören ebenfalls zum Repertoire.

Hoffen auf Mundpropaganda

Oft sind es in Albachten ansässige Flüchtlinge, die sich im Büro Rat holen und schon mal eine Schar Kinder mitbringen. „Dann geht es hier hoch her“, sagt Brigitte Honermann, der der Trubel aber lieber ist, als die Stille an manch anderen Tagen. „Wir möchten sehr gerne auch die alten Menschen erreichen, die unsere Hilfe brauchen, sich aber vielleicht nicht trauen, zu uns zu kommen oder nicht wissen, dass es uns gibt.“ Honermann hofft, dass hier die Mundpropaganda in Zukunft wirken wird.

Herumgesprochen hat sich auf jeden Fall, dass die Münster Tafel“ montagmorgens vor dem Pfarrbüro Lebensmittel ausgibt. Christiane Grote erzählt, dass im Moment rund 50 große Körbe mit Essenswaren verteilt werden. Im Winter sei der Andrang der Besucher noch größer gewesen.

Gutes Zeichen

Das Fazit der Mitarbeiterinnen nach einem halben Jahr Sozialbüro: Eigentlich sei es ein gutes Zeichen, dass die Zahl der Hilfesuchenden in Albachten geringer sei als etwa in den Sozialbüros in Mecklenbeck oder Roxel. Das könne auch dafür sprechen, dass die nachbarschaftliche Hilfe noch funktioniere. Trotzdem wollen die beiden Beraterinnen sich etwas einfallen lassen, um mehr Besucher durch die schon offene Tür zu locken. 

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